Bei der Schachweltmeisterschaft 1985 verlor Karpow seinen Titel an Garri Kasparow und konnte ihn weder im Revanchekampf 1986 noch 1987 oder 1990 zurückerobern. Erst als Kasparow mit der Weltschachorganisation FIDE brach und als offizieller Weltmeister disqualifiziert wurde, konnte Karpow 1993 durch ein 12,5:8,5 gegen Jan Timman den nun geteilten Weltmeistertitel wieder gewinnen und auch bis 1999 behalten.[2] In diesem Zeitraum gelangen ihm noch einige große Erfolge, unter anderem ein überzeugender Sieg in Linares 1994. Dort erzielte er 11 Punkte aus 13 Partien und gewann mit 2,5 Punkten Vorsprung vor Kasparow und Schirow – ein Erfolg, der als einer der überlegensten Turniersiege der Schachgeschichte gilt. Damals wies er auch seine beste Elo-Zahl von 2780 (Juli 1994) auf.
Von 1975 bis 1984 war er die eindeutige Nummer eins, von 1985 bis Mitte der 1990er die unangefochtene Nummer zwei im Schach. Er gilt als einer der besten Positionsspieler aller Zeiten. Den Schach-Oscar als bester Spieler eines Jahres gewann er insgesamt neun Mal. Dazu kommen über 100 Turniersiege, das ist Weltrekord.
Karpow schrieb mehrere Schachbücher, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, unter anderem Meine besten Partien und Karpows Schachschule. Eine Autobiographie veröffentlichte er 1991 in englischer Sprache unter dem Titel Karpov on Karpov.
In den letzten Jahren gründete Karpow zahlreiche Schachschulen, sowohl in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion als auch in den USA, Südamerika und Europa. In Deutschland führt die Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar e. V. seinen Namen. Seit 2009 führt Karpow den Titel FIDE Senior Trainer. Seit 1994 ist er Mitglied der Schachvereinigung 1930 Hockenheim. 2010 kandidierte er für das Amt des Präsidenten der FIDE. Nominiert wurde er dafür vom Deutschen Schachbund.[3] Bei der Wahl am 29. September 2010 unterlag er dem Amtsinhaber Kirsan Iljumschinow mit 55 zu 95 Stimmen.[4]
Karpow ist Mitglied der Partei Einiges Russland und wurde bei der Parlamentswahl im Dezember 2011 als Vertreter der Oblast Tjumen in die russische Duma gewählt. Karpow ist Schirmherr des „Internationalen Kinderheims“ (Interdom) in Iwanowo.[5]
In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Philatelie. Seine wertvolle Kollektion umfasst Schachmotive und andere Spezialgebiete.[6]
Nach Karpow ist auch der im Dezember 2003 entdeckte Asteroid (90414) Karpov aus dem Hauptgürtel benannt worden.[7] Dmitri Medwedew verlieh ihm mit dem Präsidialerlass N° 660 am 22. Mai 2011 den Orden der Freundschaft.

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