Auszug aus meiner Workshopdokumentation:

Obwohl es keine speziellen Vorschriften gibt, so gibt es doch bei der Konzertfotografie einige Verhaltensregeln. Eine gute Etikette wird von Künstlern, Veranstaltern und Publikum gedankt.

Kleidung
Fotografen werden vom Künstler und Publikum wahrgenommen. Deshalb empfiehlt es sich, sich unauffällig zu kleiden. Mit dunkler Kleidung ist man meist korrekt angezogen. Auf Hüte und Mützen sollte verzichtet werden um Fotografen die hinter einem stehen nicht beim Fotografieren zu behindern.

Auf massive auffällige Werbung auf Kleidung oder Ausrüstung sollte dabei möglichst verzichtet werden.

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Blitz
Ist in den meisten Fällen im Graben verboten. Der Blitz sollte am besten auch nicht auf der Kamera stecken (obwohl er aus ist). So kann es nicht zu Fehlinterpretationen durch den Securty kommen

Ausrüstung nicht in den Weg stellen
Am Eingang zum Graben findet sich meist eine Stelle um die Fotorucksäcke zu deponieren. Das verteilen der Rucksäcke im Graben führt zu Stolperfallen und das tragen der Rücksäcke verursacht in engen Gräben unnötiges Gedränge.

Rauchen, Trinken, Unterhalten
Rauchen und Trinken ist im Graben absolut Tabu. Gegen Unterhaltungen vor Beginn des Konzerts während man auf die Band wartet ist nichts einzuwenden. Auch wenn man seine Bilder „im Kasten“ hat, sollte man diese Aktionen im Graben aus Höflichkeit gegenüber den Fans und dem Publikum vermeiden.

Höflich bleiben
Durchaus kann es einige Aktionen geben die gegen die Fotografen gerichtet sind oder den Fotografen in seiner Arbeit behindern. Dazu gehört nörgelndes Publikum weil es nichts sehen kann oder nicht gebriefte Securities die einem zu spät in den Graben lassen oder zu früh rausschicken. Bitte keine Diskussionen im Graben entfachen und höflich bleiben

Bühne ist keine Ablage
Die Bühne hat oft genau die richtige Höhe um mal schnell ein Objektiv oder die Kamera darauf abzulegen. Dies macht die zuständigen Mitarbeiter vom Veranstalter die für eine „Freie“ Bühne sorgen müssen nur nervös. Sollte ein Künstler versehentlich auf die abgelegte Ausrüstung treten oder von der Bühne stossen wäre es auch sehr schade um das teure Equipment.

Publikum in der ersten Reihe
Gutaussehende Frauen oder Headbängende langhaarige Fans sind oft ein Eindrucksvollen Motiv um die Konzertatmosphäre einzufangen. Beim Fotografieren dieser Motive sollte man vermeiden anderen Fotografen die das Hauptmotiv (die Band) fotografieren wollen im Weg zu stehen.

Betreten und Verlassen des Grabens
Typischerweise muss man Eingang des Fotograbens warten, bis jemand von der Security ein Zeichen gibt, dass die Fotografen den Graben betreten dürfen. Beim Verbeigehen am Security sollte man darauf achten, dass der Photopass gut sichtbar ist.

Gerade bei vollen Gräben sollte man sich im Vorfeld überlegen wo man im Graben stehen will und sich schon am Einlass entsprechend einordnen. Wenn z.B. der Eingang zum Graben auf der linken seite ist, und man ganz rechts im Graben stehen will sollte man als einer der ersten den Graben betreten um unnötiges Gedränge zu vermeiden.

Auch ist es bei einem vollen Grafen schwierig den Platz zu wechseln ohne andere Fotografen zu stören. Ein unnötiges Hin und her sollte also vermieden werden.

Wenn die Grabenzeit vorbei ist (z.B. nach dem dritten Lied) sollte man schnell und ohne weitere Aufforderungen den Graben verlassen. Auf ein Bild im Gehen sollte verzichtet werden.

Wenn man doch einmal die Zeit vergisst und nicht mitbekommt, dass die Zeit schon zu Ende ist, wird man typischerweise mit einen Klapps auf die Schulter vom Security zum Gehen aufgefordert. Dieser Aufforderung ist unbedingt sofort folge zu leisten.

Kamera hochhalten
Wird generell als sehr störend empfunden. Fotografen die hinter einem stehen, haben dann keine freie Bildfläche. Absolutes NoGo
.

Fotografen ermahnen
Ist eher nicht üblich. Wir gehen im Grafen davon aus, dass jeder weiss was er macht, oder dafür einen triftigen Grund hat.

Fotografen helfen
Wenn man seine Bilder im Kasten hat, spricht nichts dagegen auch andere Fotografen an den eigenen guten Standort zu lassen. Oft ist es unproblematisch auch kleinere Fotografen vor zu lassen wenn man mit einem Tele aus der zweiten Reihe arbeiten will.

Fotografen durch und vorbeilassen
Wenn ein Fotograf seinen Standort wechseln möchte macht er dies oft durch vorsichtiges Handauflegen deutlich. Es spricht nichts dagegen nach dem nächsten Bild etwas noch vorne/hinten zu gehen um den Kollegen vorbei zu lassen. Mit etwas Übung behält man auch im Graben sein Umfeld im Auge (immer das andere Auge auch auflassen um nichts zu verpassen). Dann kann man auch sich nähernde oder wartende Kollegen erkennen. Ein absetzen oder nach oben richten der Kamera ist dabei ein guter Hinweis der den anderen zum vorbeigehen auffordert.

An- und Auflehnen
Die Boxen und der Bühnenrand bieten oft eine gute Möglichkeit sich aufzustützen um das Verwackeln zu reduzieren.

Security
Ist prinzipiell immer freundlich. Wenn die Securities Ihre Arbeit machen, sollte man zur Seite gehen sowie die Anweisungen (ohne Diskussion) schnellstens befolgen.

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